Thilo
Bode:
Den Nerv treffen
Thilo Bode
sagt: Der Skandal ist immer schon da – man muss ihn
nur finden. Mit Mirko Marquardt und Sara Uhlemann sprach
der Ex-Greenpeace-Chef und heutige Verbraucherschützer
darüber, wie er seine Gegner mit dem richtigen Judogriff
aufs Kreuz legt.
Thilo Bode wird 1947 in Eching am Ammersee geboren. Er
studiert Soziologie und Volkswirtschaft und promoviert
über Direktinvestitionen in Entwicklungsländern am Beispiel
Malaysias. Von der Entwicklungspolitik wechselt er in die
Umweltpolitik und wird 1989 Geschäftsführer von Greenpeace
Deutschland. Bode führt professionelles Management ein; mit
der Strategie »Konfrontation und Kooperation« setzt er
neben spektakulären Aktionen auf Lösungen für
Umweltprobleme, die gemeinsam mit Wissenschaft und
Wirtschaft erarbeitet werden. 1995 wird Bode
Geschäftsführer von Greenpeace International; in seine
Amtszeit fällt die Kampagne gegen die Versenkung der
Ölplattform Brent Spar, die in Deutschland auf massive
Resonanz stößt und sich zu einer großen Protestbewegung
ausweitet. Später stellt sich heraus, dass Greenpeace dabei
mit falschen Zahlen über Giftstoffe in der Plattform
operiert hat. 2001 tritt Bode von seinem Amt zurück. 2002
gründet er die Organisation Foodwatch, die sich für
stärkere Verbraucherrechte und eine bessere Qualität von
Lebensmitteln einsetzt.