Michel
Friedman: Der Zauberlehrlin
Michel
Friedman stieg steil auf und stürzte tief. Im Gespräch mit
Linnea Riensberg und Sugárka Sielaff erklärt der
tv-Moderator, Rechtsanwalt und Politiker, warum er kein
Moralist ist und auf keinen Fall ein Spießer sein
will.
Michel Friedman kommt 1956 in Paris als Sohn einer
polnisch-jüdischen Kaufmannsfamilie zur Welt. Oskar
Schindler hatte seine Eltern und seine Großmutter vor dem
Konzentrationslager Auschwitz gerettet. Friedman wächst in
Frankfurt am Main auf, wo er noch als Gymnasiast in den
Bundesvorstand der Jüdischen Studenten in Deutschland
gewählt wird. Nach einem abgebrochenen Medizinstudium
studiert Friedman Jura und lässt sich 1988 in Frankfurt als
Rechtsanwalt nieder. Seine politische Karriere beginnt der
Jurist 1983 mit dem Eintritt in die CDU, in deren
Parteivorstand er 1994 für eine Legislaturperiode gewählt
wird. Neben seinen parteipolitischen Interessen engagiert
sich Friedman weiterhin in der Jüdischen Gemeinde und wird
2000 als Vizepräsident in den Zentralrat der Juden berufen.
Seit 1995 ist er Moderator zahlreicher TV-Sendungen wie
Vorsicht! Friedman im Hessischen Rundfunk und
Friedman in der ARD, in denen er sich durch seinen
unerbittlichen Fragestil und seine Eloquenz einen Namen
macht. 2001 wird er mit dem Bundesverdienstkreuz
ausgezeichnet. Nachdem Friedman im Juli 2003 nach einer
Kokain- und Prostituierten-Affäre von allen Ämtern
zurücktritt und seine TV-Sendungen aufgibt, heiratet er
2004 die Moderatorin Bärbel Schäfer, mit der er zwei Söhne
hat. Seit Sommer 2004 ist Michel Friedman auf N24 unter
anderem mit
Studio Friedman wieder im Fernsehen zu
sehen und präsentiert die Reportagereihe Friedman schaut
hin. Seinen ersten Roman mit dem Titel
Kaddisch vor
Morgengrauen veröffentlicht er 2005.