Wolfgang
Kubicki: Der Informant
Wolfgang
Kubicki war, so sagt er, die letzte Rettung für seinen
Mandanten Klaus-Joachim Gebauer, einen der Angeklagten im
Prozess um Schmiergelder und Lustreisen bei der Volkswagen
AG. Mit Marcus Schuster und Jan Kluczniok sprach der Anwalt
und FDP-Politiker darüber, wie er Journalisten für seine
Zwecke einspannt.
Wolfgang Kubicki wird 1952 in Braunschweig geboren und
lässt sich nach dem Volkswirtschaftslehre- und Jurastudium
1985 als Rechtsanwalt in Kiel nieder. Seine politische
Laufbahn beginnt 1971 mit dem Eintritt in die FDP, wo er
schnell Karriere macht. Nach einem Intermezzo als
Bundestagsabgeordneter 1990 bis 1992 konzentriert sich
Kubicki auf die Landespolitik in Schleswig-Holstein. Seit
1996 leitet er die FDP-Fraktion in Kiel. Bundesweit bekannt
wird Kubicki vor allem durch seine Freundschaft mit Jürgen
Möllemann. Auch als Anwalt macht er Schlagzeilen: Im
Zusammenhang mit der Privatisierung der Mülldeponie
Schönberg wirft ihm das Land Mecklenburg-Vorpommern 1993
Falschberatung, Interessenverquickung und überhöhte
Honorarabrechnung vor. Der Rechtsstreit endet erst 2006
zugunsten Kubickis. Kubicki pflegt sein Image als harter
Hund – in der Politik wie vor Gericht. Davon
profitiert ab 2005 in der VW-Korruptionsaffäre der
ehemalige VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer, der
dank Kubickis innovativer Verteidigungsstrategie mithilfe
der Medien nur zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wird.
Wolfgang Kubicki ist Vater von Zwillingen und in dritter
Ehe mit einer Anwältin verheiratet.