Catherine
Millet: Die eiskalte Beobachterin
Catherine
Millet hat über ihr ausschweifendes Sexleben geschrieben
wie noch keine Frau zuvor. Mit Annika Giese und Gregor
Haschnik sprach die Kunstkritikerin über das befreiende
Gefühl, sich der Öffentlichkeit auszuliefern, und ihr ganz
persönliches Tabu.
Catherine Millet, 1948 in Bois-Colombes bei Paris geboren,
ist eine angesehene Expertin für moderne Kunst. Im Jahr
1972 gründet sie das avantgardistische Kunstmagazin
art
press, dessen Redaktion sie noch heute leitet.
Außerdem ist sie als Kuratorin internationaler
Ausstellungen tätig, unter anderem bei der Biennale in
Venedig und São Paulo. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher
und Essays über zeitgenössische Kunst. Im Jahr 2001
veröffentlicht Millet ihre Autobiografie
Das sexuelle
Leben der Catherine M. Darin berichtet sie detailliert
über ihr exzessives Sexleben. Das Buch wird ein
internationaler Bestseller und verkauft sich weltweit mehr
als zwei Millionen Mal. Im Jahr 2008 veröffentlicht sie
erneut ein autobiografisches Buch. In
Tag des Leidens
(Jour de souffrance) berichtet sie von einer
Eifersuchtskrise in der Beziehung zu ihrem Mann. Mit ihm,
dem Schriftsteller und Fotografen Jacques Henric, lebt
Millet in Paris.