Clarence
Mitchell: Der Feuerwehrmann
Auf der
Suche nach ihrer verschwundenen Tochter inszenierten Kate
und Gerry McCann eine beispiellose Medienkampagne. Der
Mann, der sie ermöglichte, ist der PR-Berater,
Ex-Journalist und -Regierungsmitarbeiter Clarence Mitchell.
Mit Dominik Betz und Cliff Lehnen sprach er über die Story
seines Lebens und die Grenzen des guten
Geschmacks.
Clarence Mitchell wird 1961 in London geboren. Er arbeitet
viele Jahre als Moderator und Reporter für die BBC und
berichtet unter anderem aus Ex-Jugoslawien, dem Irak und
über das britische Königshaus. Im Frühling 2007 wird
Mitchell zum Chef der britischen Media Monitoring Unit.
Seine Abteilung – vergleichbar mit dem
Bundespresseamt – analysiert die
Medienberichterstattung im Vereinigten Königreich; Mitchell
informiert Abgeordnete und Minister. Doch diese Tätigkeit
ist dem ehemaligen Journalisten zu langweilig. So lässt er
sich, als am 3. Mai 2007 im portugiesischen Praia da Luz
die damals dreijährige Madeleine ›Maddie‹
McCann verschwindet, vom britischen Außenministerium als
Berater zu den Eltern schicken. Er verbringt einen Monat
mit dem die Medien suchenden und von ihnen bedrängten Paar.
Als die McCanns im September 2007 von der portugiesischen
Polizei selbst als tatverdächtig eingestuft werden, werben
sie Mitchell privat als PR-Mann an. In dieser Rolle gelingt
es ihm – nicht zuletzt durch Klagen –, die
negative Berichterstattung über die McCanns einzudämmen. Ab
Juni 2008 gelten die Eltern nicht mehr als verdächtig, ihre
Tochter Madeleine bleibt vermisst. Neben seinem Engagement
für die McCanns arbeitet Mitchell seit September 2008 als
Berater für eine große Londoner PR-Agentur.