Patrik Sinkewitz: Der einsame Kronzeuge

Patrik Sinkewitz hat getan, was die Gesellschaft von Sündern erwartet: Er hat gebeichtet. Nach seinem Dopinggeständnis war der Radrennfahrer lange arbeitslos. Mit Gregor Haschnik und Cliff Lehnen sprach er über seine Schuld, die Doppelmoral der Funktionäre und den ganz normalen Wahnsinn des Leistungssports.

Patrik Sinkewitz wird am 20.10.1980 in Fulda geboren, beginnt früh mit dem Radsport und wird 2001 Profi. 2006 soll er im Team T-Mobile dem Kapitän Jan Ullrich zum Sieg bei der Tour de France verhelfen – doch der wird wegen Dopingvorwürfen noch vor dem Start suspendiert. Im folgenden Jahr gerät Sinkewitz selbst in die Schlagzeilen. Nach der achten Tour-Etappe prallt er mit einem Zuschauer zusammen und verletzt sich schwer. Da wird das Ergebnis einer sechs Wochen vor der Tour genommenen Trainingsprobe bekannt: Der positive Befund bewegt ARD und ZDF dazu, die Berichterstattung abzubrechen. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) sperrt ihn für ein Jahr und verhängt eine Geldstrafe von 40.000 Euro. Gemeinsam mit Jörg Jaksche legt Sinkewitz im Rahmen des Kronzeugenprogramms ein umfassendes Geständnis ab. Trotz abgelaufener Sperre und großer Bemühungen um ein neues Team bleibt Sinkewitz lange arbeitslos. Erst im November 2008 bekommt er einen Einjahresvertrag beim tschechischen Team PSK Whirlpool.